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Wenn Angst dein Boardsport bestimmt: 5 Tipps für mehr Sicherheit

Du hast das Surfbrett, Skateboard oder ein anderes Board unter den Füßen und plötzlich überkommt dich die Angst. Der Take-Off wird abgebrochen und die Welle geht unter dir hindurch. Oder der Pump-Track fühlt sich zu steil an und das Gewicht wird nicht nach vorne verlagert, um das Gefälle nach unten zu skaten. Das sind Situationen, die dein Prozess behindern und deine Performance stagnieren lassen. Was kannst du tun, um solche Ängste zu beseitigen?

Angst beim Boardsport:

Ich kenne das Gefühl von Angst beim Boardsport zu gut. Angst beim Surfen, angst beim Skaten, angst beim Kiten, angst beim Snowboarden. Überall habe ich meine persönlichen Erfahrungen gesammelt. Mein Gefühl von Angst beim Boardsport wurde erschaffen durch Gedanken und Erfahrungen. Eins weiß ich mittlerweile, Respekt ist gut, aber Angst ist fehl am Platz.

 

Respektvoll beim Boardsport zu sein, bedeutet dass dir die mögliche Gefahr jederzeit bewusst ist. Daher erfordert jeder Boardsport, ob Surfen, Skaten, Kiten oder Snowboarden, eine ständige Präsenz im Hier und Jetzt. Nicht nur als Anfänger, sondern am besten auch, wenn man im fortgeschrittenen Level unterwegs ist. Denn da setzt dann meist der Automatismus ein und Handlungsabläufe werden routiniert abgespielt. Die Gefahr ist jedoch, dass die Natur (und die spielt beim Boardsport meist eine große Rolle), jederzeit einen Strich durch die Rechnung machen kann. Plötzliche Strömungen beim Surfen, ein Ast beim Skaten, Eisplatten beim Snowboarden oder eine Windböe beim Kiten kann den normalen Ablauf verändern.

>> TIPP 1 <<

Bleib respektvoll gegenüber deinem Boardsport

Was passiert, wenn man seine Angst und seinen Respekt gegenüber dem Boardsport komplett ausschaltet? Diese Personen neigen dazu, sich zu verletzen. Situationen werden dadurch falsch eingeschätzt.

 

Mir ist das auch schon passiert, dass ich den Respekt und die Angst bei Seite gelegt hab. Und diese Story ging wirklich nicht gut aus:

 

Armbruch beim Snowboarden:

Zwischen meinem fünften und 17. Lebensjahr habe ich regelmäßig mit meinen Eltern oder mit Freizeiten Winterurlaub gemacht. Gestartet mit Ski fahren und mit 17 Jahren kam schließlich das Snowboarden dazu. Aber dann kehrte Ruhe in den Wintersport ein. Ich machte lieber Urlaub im Sommer und mein Herz hängt nicht sonderlich stark am Wintersport. Sporadisch ging es auf die Piste.

 

Als ich Chris kennen lernte (der Snowboaden liebt), machte ich schließlich mal wieder einen Winterurlaub mit ihm. Wir snowboardeten auf einfachen Pisten, auf denen wirklich wenig los war. Perfekt zum üben. Meine Kurven waren langsam, ziemlich groß und kontrolliert. Ich hatte schließlich genug Platz und diesen nutze ich auch vollkommen aus. An unserem letzten Tag (in der letzten Stunde), dachte ich etwas sehr unkluges! Ich dachte mir, dass es doch nicht so schwer sein kann, so cool zu fahren, wie Chris es kann. Ich warf meinen Respekt für das Snowboarden beiseite und stürzte mich in die Gefahr. Was war passiert? Völlig hemmungslos versuchte ich schnelle und kleine Kurven zu fahren. Mein Körper und meine Fähigkeiten konnten diese Ansprüche aber nicht bewerkstelligen, weil sie schlichtweg für dieses Level noch nicht bereit waren. Ich verkantete das Board im Schnee und mit viel Geschwindigkeit fiel ich rückwärts den Berg nach unten. Im Fallen ist mir wohl die Gefahr bewusste geworden und es setzte 100% die Angst ein. Angst, die mich erstarren lies. Ich fiel steif. So steif, dass mein gesamtes Gewicht auf meinen ausgestreckten Arm fiel - auf das Handgelenk. Das Ende der Story war eine distale Radiusfraktur.

 

Mein Learning: Bleib respektvoll und werde nicht leichtsinnig!

>> TIPP 2 <<

Schätze deine Leistungsfähigkeit richtig ein

Findest du auch, dass man zu Beginn einer neuen Sportart manchmal sehr leichtsinnig unterwegs ist und es vorkommen kann, dass man seine Leistungen überschätzt? Zumindest ging es mir schon öfters so, wie du vielleicht bei Tipp 1 gerade feststellen konntest ;-).

Waschmaschine beim Surfen

Nach einem Jahr Surf-Pause, aber viel Surf-Fitness, stürzte ich mich endlich mal wieder in die Wellen. Wort wörtlich. Die Wellen waren wild und messy, aber das war in dem Moment egal. Endlich wieder Meer und Wellen. Wir kämpften gegen die Strömung, um ins Line-Up zu kommen. Ich nahm die erst beste Welle und mich verspulte es ordentlich. Fünf Minuten später passierte das zum zweiten mal - nur stärker. So ordentlich, dass ich ein Gefühl von einem Schleudertrauma bekam. Wie leichtsinnig und dumm war ich eigentlich? Nur weil ich Surf-Fitness gemacht hab, heißt das doch nicht, dass ich nun eine Pro-Surferin bin. Das war ein kleiner und guter Warnschuss. Ich glaub, das musste sein. Seitdem schätze ich meine Fähigkeiten auf dem Wasser viel besser ein.

>> TIPP 3 <<

Bleib im Hier & Jetzt

Ich möchte dir eine weitere private Story erzählen. Einige Boardsportarten habe ich schon ausprobiert. Kiten gehörte auch dazu. 2013 machte ich mit einer Freundin Urlaub in Dänemark. Ihr damaliger Freund war Surflehrer und so machte ich einen Windsurf- und Kite-Kurs mit.

Kreuzbandriss beim Kiten?

Der dritte Kurstag war dann auch mein letzter Kurstag. Was war passiert? Mir fehlte der Respekt gegenüber der Natur, eine Menge Erfahrungen und das Hier und Jetzt wurde nur eingeschränkt wahrgenommen. Ich war voll und ganz auf den Kite fixiert. Mich um den Drachen und dann auch noch um das Board zu kümmern, war mir irgendwie zu viel des Guten. Ich war so auf mich konzentriert, dass ich alles um mich herum vergessen hatte. Ich hatte vergessen auf die Natur acht zu geben, die Strömungen und den Wind. Plötzlich riss mich eine Windböe drei Meter aus dem Wasser. Keine Ahnung ob es wirklich drei Meter waren. Mir kam es unglaublich hoch vor... vielleicht waren es auch nur 50cm. Who knows?! In der Luft setzte wieder zu 100% die Angst ein. Ich versteifte mich und kam mit gestrecktem Knie wieder auf dem Meeresgrund auf. Da wir uns in flachem Wasser befanden (kniehoch), bremste natürlich das Wasser nicht wirklich den Schlag ab. Mein Knie bog sich nach hinten durch. PANIK! "HINTERER KREUZBANDRISS" schoss es mir durch den Kopf. Die Kompression des Wetsuits und das kalte Wasser dämpften den Schmerz.

 

Meine Freundin (auch frisch gebackene Physio) und ihr Papa (auch Physiotherapeut) checkten gleich mit allen möglichen Tests mein Knie durch. Entwarnung. Die Strukturen (Bänder und Knochen) schienen in Takt zu sein. Es folgten 5 Tage, in denen ich nicht auftreten konnte und ein 3/4 Jahr in dem ich nicht maximal beugen konnte. Es war Glück im Unglück. Mich hat es gelehrt, dass man beim Boardsport nicht nur bei sich sein soll, sondern auch bei seiner Umgebung und der Natur drum herum. Denn du spielst mit der Natur und die Natur spielt mit dir!

>> TIPP 4 <<

Wäge realistisch ab

Meine Erfahrungen haben mir gezeigt, dass der Boardsport durchaus gefährlich sein kann. Horror-Stories von anderen bestärken schließlich noch die eigene Angst. Als ich auf Fuerteventura schließlich das aller erste mal an einem Riff surfen war, hatte ich wirklich Angst. Mein Gefühl hatte nichts mehr mit Respekt zu tun, sondern mit einem richtigen Angstgefühl, dass sich körperlich z.B. durch Herzklopfen bemerkbar machte.

 

Tag für Tag saß ich schließlich im Line-Up, gesurft bin ich aber nicht. Die Surfschulen (Schüler) nahmen eine Welle nach der anderen und surften teilweise fahrlässig in zu flaches Gewässer (die hatten noch nicht den notwendigen Respekt für den Sport). Aber sie standen voller solz auf dem Brett und hatten einfach den Spaß ihres Lebens. Das ärgerte mich und ich war enttäuscht, dass ich nicht diesen Fortschritt machte.

 

Die Wellen waren perfekt und der Spot war nicht zu herausfordernd für mich - zumindest waren an diesem Tag die Bedingungen wirklich gut. Am letzten Tag ging ich mit Lea surfen. Sie war 20 Jahre alt, frei von angst, aber voller Respekt gegenüber dem Meer. Sie gab mir perfekte Kommandos und ich wägte schließlich ab. Was ist größer? Die Gefahr sich zu verletzen oder die Chance ein mega Glücksgefühl auf einer Welle zu haben. Ich wägte richtig ab und nahm mein Mut zusammen und ging raus aus meiner Komfortzone! Es war ein geniales Gefühl und ich war nicht nur für den einen Moment happy. Der reine Gedanke daran, bringt mich wieder zum Lächeln.

Angst kann auch gemindert werden, indem du ein besseres Gefühl für deinen Körper bekommst!

 

Lies dir hierzu unbedingt folgende Artikel durch:

Physiotalk: 5 wertvolle Tipps, wie du Verletzungen beim (Surf-) Skaten vermeidest

 

5 einfache Gewohnheiten für mehr Bewegung im Körper

>> TIPP 5 <<

Hör auf, wenn es am schönsten ist

Oder anders gesagt: Hör auf, wenn deine Kräfte nachlassen. Denn dann entstehen Fehler. Oh man, auch hierzu hab ich eine persönliche Story, denn diese Erfahrung durfte ich auch schon machen.

 

Diese Erfahrung machte ich zwar nicht beim Boardsport, aber beim Pole-Dance. Es gab eine Zeit, in der ich sehr viel Pole-Sport trainierte. Ich trainierte mal wieder im Wohnzimmer und wie das so ist, manchmal will man eben kleine Choreos und Tricks auf Video aufnehmen. Ich trainierte und trainierte und trainierte. Und plötzlich viel ich ein kleines Stück von der Stange runter. Das Video war aber noch nicht im Kasten, also wieder rauf auf die Stange. Diesmal hing ich Kopfüber nur mit den Armen an der Stange und aus heiterem Himmel fiel ich von ganz oben ohne Vorwarnung runter. Schulter, Becken und vor allem der Knöchel schlugen ungebremst auf den Boden auf. Mir blieb die Luft weg. Das Sch***-Wort ist hunderttausend mal auf dem Video zu hören (nein, das Video bekommst du nicht zu Gesicht!). Ich tastete mich ab, um zu checken ob etwas gebrochen war. Der Fuß war dick und blau und auftreten war nicht mehr möglich. Zum Glück war es aber nur eine Prellung. Im nachhinein hab ich mir sehr oft das Video angeschaut, um zu analysieren warum ich gefallen war. Es gab keinen ersichtlichen Grund. Ich habe nicht falsch gegriffen oder sonstiges. Es war die Kraft. Die Kraft hat mich einfach schlagartig verlassen. Der kleine Sturz zuvor, sollte mir ein Warnschuss sein. Aber den hab ich einfach ignoriert. In dem Moment war mir ein gutes Videoergebnis wichtiger. Großer Schmarrn. Wieder etwas gelernt. Höre auf deinen Körper und höre auf, sobald du das Gefühl hast, deine Power lässt nach.

Erfahrung machen dich zu der Person, die du bist:

Welche Erfahrungen hast du bereits gemacht? Hatten diese Erfahrungen Auswirkungen auf deinen Boardsport? Hinterlasse sehr gerne einen Kommentar ganzen unten im Artikel.

 

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